Veranstaltung

05.11.2020 bis 06.11.2020, 09:00 - 16:30 Uhr

Interkulturelle Kompetenzen in der Klinik - Fortbildungsreihe des Projekts IPIKA - Modul 5

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Unsere Gesellschaft ist von einer wachsenden sozio-kulturellen, ethnischen und religiösen Vielfalt geprägt, die sich auch bei Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen in Kliniken widerspiegelt. Dies stellt Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Sozialdienst und andere Klinikmitarbeiterinnen und Klinikmitarbeiter vor immer neue Herausforderungen. Aufgrund von Kommunikationshürden, kulturellen Missverständnissen, mangelnder berufsübergreifender Kooperation etc. kommt es in der Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund bzw. Geflüchteten häufig zu Problemen. Stress und Frustration auf allen Seiten sind oft die Folge.

 

Ziel

Die Teilnehmenden erhalten relevantes Hintergrundwissen und entwickeln Fähigkeiten und Haltungen, um interkulturell kompetent mit Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen umgehen zu können. Ein Fokus liegt auch darauf, die berufsübergreifende Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen unterstützend zu nutzen.

 

Durch die starke Praxisorientierung der Fortbildung werden effektive Handlungsstrategien in inter- und transkulturellen Kontexten und Konfliktsituationen erarbeitet.

 

Die Fortbildung trägt somit auch zur Verringerung der Stressbelastung im Arbeitsalltag und zu einer besseren Zusammenarbeit im Team bei.

 

Inhalte

Modul 5: Interkulturelle Ethik-Kompetenz in der Klinik

• Grundlegende Einführung zu Ethik in der Klinik

• Häufige ethische Konfliktfelder in inter- und transkulturellen Settings (Einführung)

• Umgang mit ethischen Differenzen

• Entscheidungsfindung am Lebensende aus interkultureller Perspektive

• Selbstreflexion, Perspektivenwechsel

• Die Rolle berufsübergreifender Kooperation

 

Methoden

Kurzvorträge, Gruppenarbeit, interaktive Übungen, praxisorientierte Rollenspiele, Arbeit mit imulationspatientinnen und Simulationspatienten, Fallbesprechungen, Diskussion

 

Kurscode

K 0058/201105

 

In dieser Fortbildungsreihe des Projekts IPIKA werden weitere Module angeboten:

 

Modul 1: Migration, Flucht und (seelische) Gesundheit, 10.09. - 11.09.2020

• Zusammenhänge zwischen Migration, Flucht und Gesundheit

• Psychische Prozesse bei Migration und Flucht

• Identität und Migration

• Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Psyche, Anzeichen von Traumatisierung

• Was sind Interkulturelle Kompetenzen in der Klinik?

• Berufsübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung als Schlüsselkompetenz

 

Modul 2: Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt, Rassismus und Diskriminierung im Berufsalltag, 01.10. - 02.10.2020

• Entstehung und Wirkung von Vorurteilen und Stereotypen (Schwerpunkt ethnische Herkunft, religiöse Zugehörigkeit, Hautfarbe)

• Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung, eigenen Werten und Verhaltensweisen

• Reflexion der eigenen beruflichen und gesellschaftlichen Machtposition

• Formen von Diskriminierung und Rassismus

• Gesetzliche Regelungen und Diskriminierungsschutz im Bereich Klinik (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz etc.)

• Handlungsstrategien bei Diskriminierung und rassistischen Äußerungen

• Diversity-Kompetenz: vorurteilsbewusste Kommunikation und sensibler Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt im beruflichen Alltag

 

Modul 3: Sozio-kulturelle Krankheitskonzepte und Bewältigungsformen, 20. - 21.08.2020

• Sozio-kulturelle Konzepte von Krankheit und Gesundheit

• Unterschiedliche Symptompräsentationen und Bewältigungsformen

• Kulturelle Unterschiede in den Rollen von Ärztin und Arzt, Pflegenden, Patientinnen und Patienten und Angehörigen

• Selbstreflexion, Perspektivenwechsel

• Praxisorientierte Rollenspiele mit Simulationspatientinnen und Simulationspatienten

 

Modul 4: Umgang mit Sprachbarrieren / Arbeit mit professionellen Dolmetscherinnen und Dolmetschern, 08. - 09.10.2020

• Fallstricke beim Umgang mit Sprachhürden und nonverbaler Kommunikation

• Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Dolmetscherdiensten, Telefon- und Videodolmetschen

• Praktische Übungen mit professionellen Dolmetscherinnen und Dolmetschern (Sprach- und Kulturmittlerinnen und Sprach- und Kulturmittlern) und Simulationspatientinnen und Simulationspatienten

• Kommunikationshilfen wie Bildtafeln (z.B. tip doc), Internet-Apps etc.

 

Modul 6: Umgang mit Konflikten in inter- und transkulturellen Kontexten, 10.12. - 11.12.2020

• Schwierige Gespräche führen mit Patientinnen und Patienten und Angehörigen

• Umgang mit starken Gefühlen in interkulturellen klinischen Settings

• Macht- und Ohnmachtserfahrungen im Beruf

• Empathie und ihre Grenzen

• Deeskalationsstrategien, kultursensible Konfliktlösung

• Erarbeitung von individuellen Handlungsoptionen

• Selbstreflexion, Perspektivenwechsel

• Interprofessionelle Zusammenarbeit und Unterstützung

 

Durch die Teilnahme an mindestens 5 von 6 Modulen der Fortbildungsreihe wird das Zertifikat "Interkulturell kompetent in der Klinik" erworben.

Interessierte können auch einzelne Module besuchen; Vorrang wird jedoch Teilnehmenden gegeben, die das Zertifikat erwerben wollen.

 

Diese Fortbildung wurde im Rahmen des Projekts IPIKA - Interprofessionelles und Interkulturelles Arbeiten in Medizin, Pflege und Sozialdienst entwickelt.

 

IPIKA wurde initiiert von Herrn Prof. Dr. Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie CVK, und ist ein Kooperationsprojekt der Charité und der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Organisatorisches

Zeit:

09:00 - 16:30 Uhr

Ort:

Fortbildungsakademie, Oudenarder Straße 16-18, 13347 Berlin, Aufgang 13 oder 15, 5. OG (Aufzug vorhanden)

Zielgruppe:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Klinik, Verwaltung und Forschung der Charité sowie externe Ärzte, Pflegekräfte, Kliniksozialarbeiterinnen und Kliniksozialarbeiter und Vertreterinnen und Vertreter anderer Gesundheitsberufe

Teilnahmegebühr:

entfällt für Mitarbeiter/innen der Charité
290,00 € für externe Teilnehmer/innen


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